Dog-Sport by Mario Schnee " Global Friends of Schutzhund " - Aportieren -

Bringen

Bedingte Reizerreger bei dieser Übung sind die Hörz. "Bring" und "Aus". Die unbedingten Reizerreger können sehr vielseitig sein und richten sich jeweils nach der eingesetzten Methode.

Es gibt auch hier mehrere Methoden, auf zwei Varianten möchte ich hier eingehen. Erstens die Möglichkeit über den Spiel(Beute-)trieb und zweitens über Zwang. Beides hat seine Vor- und Nachteile.
Wärend ich davon ausgehen kann, dass der Hund freudig Apportiert, wenn ich es ihm über das Spielen beigebracht habe, weiß ich aber nicht, ob ich mich immer voll auf ihn verlassen kann und er Apportiert wenn ich es von ihm fordere.
Beim Zwang kann es passieren, dass der Hd. diese Übung nicht ganz so freudig absolviert, dafür kann ich mich aber auf ihn verlassen, er wird auch in ungewohnten Umgebungen und Situationen zuverlässig Apportieren.

Spielerisch zum "Bring":
Beutespiele sind für den Hund wichtig, er kann seinen Bewegungsdrang damit befriedigen und ist über das Spiel immer gut zu motivieren. Sie haben am besten schon den Grundstock beim Welpen, durch das Ballspielen gelegt und gehen nun mit ihm in eine ruhiges Übungsgelände, wo der Hd. nicht abgelenkt wird. Sie gehen in die Hocke, halten den Hd. am Halsband und rollen den Ball einige Meter weit weg. Mit dem Hörz. "Bring" lassen Sie den ungeduldigen Hd. los. Hat er den Ball erreicht, wird er aufgemuntert und gelobt. Sie laufen dann rückwärts und locken ihn mit "Hier" "Bring" heran. Wenn alles gut geht, kommt er und setzt sich sogar vor Sie. Dann ist die Freude groß und der Hd. wird gelobt. Setzt er sich nicht, wird er trotzdem gelobt und darf dein Bällchen tragen. Mit der Zeit, wenn die anderen Übungen wie "Hier" mit Vorsitzen korrekter klappen, dann kommt auch das Vorsitzen mit dem Ball besser.

Anschließend wechseln Sie dann auf ein kleines Bringholz. Man spielt zunächst mit dem Bringholz wie mit dem Ball, aber wenn der Hd. das Bringholz gebracht hat, faßt man es an beiden Enden und rangelt ein wenig um die Beute, wobei er nach kurzer Zeit gewinnt. Wichtig ist dann nur, dass der Hd. das Hörz. "Bring" richtig umsetzt und sich vor einem absetzt.

Wenn der Hd. dann gelernt hat freudig zu apportieren und zur Übergabe Vorsitzt, kann das abschließende "Beiz-Fuß-Sitzen" eingebunden werden. Eigentlich handelt es sich um drei Einzelübungen, die dann miteinander verbunden werden: "Bring" + "Hier" + "Fuß" in Grundstellung

Der Hd. sollte das Holz stets ruhig halten und nicht darauf rumknautschen oder es zu Boden fallen lassen, diese Dinge werden mit einem Ruck am Halsband sofort korrigiert, zeigt er ein positives Verhalten muss ich ihm Ruhe und Sicherheit geben. Das Wechselspiel zwischen Zwang und Ruhe, bzw. Trieb ist sehr wichtig und ein unerfahrener HF sollte sich ruhig Hilfe von einem "alten Hasen" holen.

Auch hier kann man die Teile "Bring" + Vorsitzen + "Fuß", wie oben erwähnt, voneinander trennen.

Hürde

Auf das Hz. "Hopp" hat der Hd. verschiedene Hindernisse im Frei- oder Klettersprung zu überwinden. Als unbedingter Reiz kann ein Leinenruck, der nach oben Richtung Sprunghöhe ausgeführt wird, dienen. Hier erläutere ich erst ein Mal den Freisprung.

Der Hd. muss Hindernisse (Hürde) in einer Höhe bis zu einem Meter im Freisprung Überwinden, d.h. er darf die Hürde beim Überwinden nicht berühren. Am leichtesten erlernt das Hd. den Freisprung, wenn er zuerst gemeinsam mit dem HF das Hindernis überwindet. Man kann dies auch als Auflockerung in die Übungen mit einbauen. Man beginnt nur mit einer geringen Höhe, damit der Hd. diese auch tatsächlich überwinden kann und steigert sie dann langsam auf die Endhöhe von einem Meter, der Leistung des Hundes entsprechend. Der Hd. ist angeleint und läuft ohne Kommando neben dem HF. Es ist darauf zu achten, dass die Leine locker ist, damit der Hd. beim Sprung nicht behindert wird, aber sie darf auch nur so lang sein, dass der Hd. das Hindernis nicht umlaufen kann. Um den Absprung zu erleichtern, erfolgt die Übung im Laufschritt. Das Hz. "Hopp" ist immer kurz vor dem Absprung zu geben.
Damit sich der Hd. daran gewöhnt, dass diese Übung später aus einem Hin- und Rücksprung besteht, kann man schon jetzt den Rücksprung mit einüben, indem man sich nach erfolgtem Hinsprung umdreht und auf gleichem Wege zurück über das Hindernis geht. Danach wird der Hd. ausgiebig gelobt und bestätigt.

Bei lebhaftem und aufmunterndem Anlauf wird diese Übung bald erfolgreich sein. Jedoch darf auch bei dieser Übung der Zwang nicht vergessen werden. Ausweichen vor oder am Hindernis ist energisch zu unterbinden.

Wenn der Hd. gelernt hat, das Hindernis zu überwinden, zieht sich der HF immer mehr aus dem Geschen zurück. Anfangs läuft er zwar dann noch mit, aber überspringt selber nicht mehr das Hindernis, ist für viele eh nur bis zu einer bestimmten Höhe möglich ;-)).
Dann folgt die Phase, in der der Hund an einer langen Leine über das Hindernis springt. Der HF folgt bis zum Hindernis und bleibt dort stehen, er hat nur das Leinenende in der Hand um den Hd. bei Bedarf korrigieren zu können. Erst wenn der Hd. wirklich sicher die Hindernisse überwindet, lassen wir die Leine wegfallen.

Zum absichern kann man später noch verschieden Dinge mit dem Hund üben. Hierzu zählt z.B. auch das sichere Überwinden, wenn das Bringholz einmal schräg hinter dem Hindernis gelandet ist und somit vom Hund gesehen werden kann. Auch hier wird der Hd. über eine Leine gesichert und wenn der Hund direkt zum Holz laufen will und nicht über die Hürde, ist sofort einzuwirken. So oder auf andere Weise, kann man verschiedene Situationen üben und den Hd., auch auf unvorhergesehenes vorbereiten.